Wenn wir Laubbäume pflanzen, gewinnen wir mehr als nur leben­dige Landschaften – wir sichern aktiv unser Trink­wasser. Doch wie genau hängt das zusammen?

Laubmisch­wald: Mehr Wasser und mehr Leben

  • Laubbäume verlieren ihr Laub im Winter. So gelangt gerade in der regen­rei­chen Winter­zeit mehr Wasser zum Boden.
  • Laubbäume wie Buche, Eiche oder Ahorn bilden eine durch­läs­sige, humus­reiche Boden­schicht, die viel mehr Regen aufnehmen kann.
  • Die Humus­schicht aus Laubstreu und Boden­or­ga­nismen filtert Schad­stoffe und fördert so auch eine quali­tativ gute Grund­was­ser­neu­bil­dung.
  • Pro Hektar Laubwald und Jahr können zwischen 500.000 und 1,5 Mio. Liter mehr Grund­wasser erzeugt werden als in reinen Nadel­wäl­dern.
  • Struk­tur­reiche Laubmisch­wälder mit stand­ort­ge­rechten Arten fördern die Biodi­ver­sität: alleine an die Eiche sind bis zu 1.000 Tier- und Pflan­zen­arten gebunden, davon allein um die 700 Insek­ten­arten
  • Laubmisch­wälder sind resili­enter als monostruk­tu­rierte Nadel­wälder:
    • Laubbäume reflek­tieren mehr Sonnen­licht und verdunsten stärker Wasser, wodurch sie die Tempe­ratur in Hitze­pe­ri­oden effek­tiver senken als Nadel­bäume.
    • Die Humus­rei­chen Böden von Laubmisch­wäl­dern können bei Extrem­nie­der­schlägen mehr Regen­wasser aufnehmen.
    • Laubmisch­wälder reduzieren die Schäd­lings­aus­brei­tung, da verschie­dene Arten unter­schied­lich anfällig sind und die Balance zwischen Schäd­lingen und Nützlingen besser ist.
    • Die tieferen Wurzeln von Laubbäumen machen Wälder sturm­si­cherer.

Warum Nadel­wälder proble­ma­tisch sind

  • Fichten kommen natür­lich in kühl‑feuchten Gebirgs­lagen und Kiefern auf sandigen Böden vor, wurden wegen ihrem schnellen Holzertrag aber auch in anderen Regionen Deutsch­lands gepflanzt, mit geringer Resilienz gegen Krank­heiten und Extrem­wet­ter­er­eig­nisse.
  • Nadel­­wald-Monokul­­turen lassen kaum Licht oder Regen durch ihre Kronen.
  • Ihr Nadel­streu ist reich an Lignin und Harz, enthält aber wenig leicht verfüg­bare Nährstoffe, die zu Humus zersetzt werden können. Der Boden wird sauer und nährstoffarm.
  • Das dichte Kronen­dach, weniger Humus, weniger Boden­or­ga­nismen und weniger Wurzel­tiefe verrin­gern die Wasser­s­prei­cher­fä­hig­keit der Böden in Nadel­wäl­dern.
  • Monostru­ku­rierte und stand­ort­ferne bzw. nicht-heimi­­sche Nadel­wälder beher­bergen eine gerin­gere Arten­viel­falt und können gerade in Dürre­zeiten Schäd­lingen wie dem Borken­käfer nichts entge­gen­setzen.

Fazit

Laubmisch­wälder sind klima­to­le­rant und zukunfts­fähig. Wer Laubmisch­wälder pflanzt, schützt den Wald, das Trink­wasser und die Arten­viel­falt, auch für die kommenden Genera­tionen.

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