Wälder im Klima­wandel

Wir sind auf Wälder angewiesen — sie schenken uns Holz, binden CO₂, speichern Wasser, regulieren Tempe­ra­turen, sind Lebens­raum für viele Arten – und sind damit unver­zicht­bare Lebens­grund­lage. Wir brauchen sie.

Welche Chancen unsere Wälder im Klima­wandel haben und was sie bewirken können, wird dadurch beein­flusst, wie der Wald aufge­baut ist.

 

Laubmisch­wälder: Multi­ta­lente im Klima­wandel

  • Humus­aufbau: Laub und Äste fallen zu Boden und werden von unzäh­ligen Lebewesen zu frucht­barem Humus zersetzt. Im Gegen­satz zu der Boden­streu in Nadel­wäl­dern ist der Boden weniger sauer, was die Vielfalt der Boden­le­be­wesen fördert.
  • Kühlende Wirkung: Laub reflek­tiert einen Teil des Sonnen­lichts und verdunstet Wasser über die Blätter – das kühlt und senkt die Tempe­ratur, auch an heißen Tagen. Laubbäume kühlen effek­tiver als Nadel­bäume.
  • Wasser­spei­cher: Laubmisch­wälder speichern den Regen besser als Nadel­wälder und schützen so vor Hochwasser und Austrock­nung. Ein Teil des Regens sickert in das Grund­wasser, aus dem 70 % unseres Trink­was­sers kommen. Ein weiterer Teil des Regens wird durch die Laubbäume verdunstet, was andern­orts erneut zu Regen führt — so wird der grüne Wasser­kreis­lauf stabi­li­siert.
  • Arten­viel­falt: Laubmisch­wälder bieten durch verschie­dene Baumarten, durch Totholz, Unter­holz, Laub und Humus verschie­dene Struk­turen, die unzäh­lige Nischen für mehr Vögel, Insekten, Pilze und Säuge­tiere schaffen.
  • Wider­stands­fä­hig­keit: Laubmisch­wälder mit verschie­denen Arten sind stabiler gegen­über Stürmen, Trocken­heit und Schäd­lingen, denn das Risiko für Schaden wird auf unter­schied­liche Arten umver­teilt und die Balance von Schäd­lingen und Nützlingen durch eine höhere Vielfalt an Arten verbes­sert.
  • Kohlen­stoff­senke: Je resili­enter der Wald, desto stabiler seine Fähig­keit, CO2 zu speichern.

 

Monostruk­tu­rierte Nadel­wälder: hohes Risiko

Viele heutige Wälder wurden als Wirtschafts­forste angelegt – oft mit stand­ort­fernen, schnell wachsenden Kiefern oder Fichten. Diese Monokul­turen:

  • sind anfäl­liger für Sturm- und Trocken­schäden sowie Schäd­lingen,
  • haben eine gerin­gere Wasser­spei­cher­fä­hig­keit,
  • beher­bergen weniger Arten
  • und sind somit weniger klima­re­si­lient als Laubmisch­wälder.

Mehr als 40 % des deutschen Waldes sind monostruk­tu­rierte und stand­ort­ferne Nadel­wälder. Führen vermehrte Dürren und Schad­ereig­nisse, wie beispiels­weise Borken­­käfer-Plagen, zu ihrem massen­haften Absterben, dann werden aus den Nadel­wäl­dern statt CO²-Senken auf einmal CO²-Emittenten, da der in Holz, Streu und im Boden gebun­dene Kohlen­stoff wieder freige­setzt wird. Letzteres verur­sacht CO²-Emissionen und weitere Erwär­mung.

 

Klima­an­ge­passte Wälder

Der Wald der Zukunft besteht aus verschie­denen Baumarten und ist als klima­re­si­li­enter Laubmisch­wald angelegt. Er ist arten­reich, wird möglichst naturnah bewirt­schaftet, hat humus­reiche Böden und kann den Regen sehr gut speichern.

 

Fazit: Wälder sind keine Kulisse

Wälder sind keine Kulisse. Gesunde und klima­re­si­li­ente Wälder sind aktive Verbün­dete im Klima­wandel. Wer Laubbäume pflanzt und Laubmisch­wälder fördert, stärkt klima­re­si­li­ente, natur­nahe und leben­dige Wälder, die den Kohlen­stoff besser binden können und uns helfen, das Klima zu schützen.

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