Warum Nisthilfen im Wald jetzt wichtig sind

Seit 2017 sind durch Dürre und Borken­kä­fer­be­fall bundes­weit mehr als 900.000 Hektar Wald — zumeist stand­ort­ferne und monostruk­tu­rierte Nadel­wälder — abgestorben, wie die im September 2025 veröf­fent­lichten Satel­li­ten­daten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigen. Bisher war man von 500.000 Hektar Schad­fläche ausge­gangen. Viele Flächen wurden zudem vollständig geräumt, um den Borken­käfer einzu­dämmen und Brände zu verhin­dern. Auch Alt- und Biotop­bäume gingen damit verloren.

In den stark geschä­digten Waldge­bieten, die durch Dürre und Borken­käfer ganze Baumge­nera­tionen verloren, fehlen jetzt auch wichtige Lebens­räume. Wo alte Bäume, Höhlen, Spalten und geschützte Struk­turen verschwinden, verlieren viele Tierarten ihre Brut‑, Quartier- und Rückzugs­orte. Genau hier setzen wir an: Trinkwasserwald unter­stützt Förste­rinnen und Förster dabei, Nisthilfen aufzu­hängen und so wertvollen Ersatz­le­bens­raum zu schaffen.

 

Nisthilfen für bedrohte Arten

Beson­ders Fleder­mäuse — wie beispiels­weise die Bechstein­fle­der­maus, die Hufei­sen­nase, der große Abend­segler, das braune Langohr und die Mopsfle­der­maus, die alle als gefährdet gelten — profi­tieren davon. Sie sind auf sichere Quartiere angewiesen, in denen sie tagsüber ruhen, ihre Jungen aufziehen und den Winter geschützt überstehen können. Aber auch viele andere bedrohte Arten nutzen Nisthilfen, wie etwa die Zwerg­ohr­eule, der Stein­kauz und der Sperlings­kauz. Gerade auf abgeräumten oder stark aufge­lich­teten Schad­flä­chen können solche Hilfen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Arten­viel­falt leisten.

Nisthilfen sind wichtig. Sie überbrü­cken eine kriti­sche Zeit, bis sich ein neuer, arten­rei­cher Wald entwi­ckelt hat. Sie helfen, Lebens­räume zu sichern, ökolo­gi­sche Netzwerke zu erhalten und bedrohten Arten eine Chance zu geben. Denn ein gesunder Wald ist mehr als nur Bäume: Er ist ein Lebens­raum für unzäh­lige Tiere, Pflanzen und Pilze — und damit ein unver­zicht­barer Teil unseres Natur­erbes.

Mit dem Anbringen von Nisthilfen sorgen wir dafür, dass auch in geschä­digten Waldflä­chen wieder mehr Leben einzieht. Das schützt nicht nur einzelne Arten, sondern stärkt das gesamte Ökosystem Wald.

 

Danke

Trinkwasserwald e.V. bedankt sich herzlich bei allen Unter­stüt­zenden — die, die hierfür unbehan­deltes Holz gespendet haben, und die, die mitan­ge­packt haben.