Arten­viel­falt

  • Ampoorter, E. et al. (2020): Tree diver­sity is key for promo­ting the diver­sity and abundance of forest-associated taxa in Europe. Oikos 129(2): 133–146. https://lirias.kuleuven.be/retrieve/86e3e71e-680e-4175-b0b3-694c3a90db74 Europa­weite Multi-Standort-Studie: Baumar­ten­viel­falt fördert syste­ma­tisch die Vielfalt und Häufig­keit assozi­ierter Arten­gruppen (Vögel, Insekten, Boden­or­ga­nismen u. a.) gegen­über arten­armen Beständen. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Wirth, C., Bruel­heide, H., Farwig, N., Marx, J. M. & Settele, J. (Hrsg.) (2024). Fakten­check Arten­viel­falt: Bestands­auf­nahme und Perspek­tiven für den Erhalt der biolo­gi­schen Vielfalt in Deutsch­land. oekom Verlag, München. https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn068840.pdf Das Werk beschreibt, wie ursprüng­liche Laub- und Laubmisch­wälder mit gut zersetzten Mull-/Moder­auf­lagen großflä­chig in Nadel­holz­wälder mit mächtigen Rohhu­mus­auf­lagen überführt wurden – mit der Folge gerin­gerer Boden­tier-Abundanz und ‑Vielfalt (unter Verweis auf Korbou­lewsky, Perez & Chauvat 2016; Vanbergen et al. 2007) sowie Nährstoff­ver­schie­bungen und Boden­ver­saue­rung. Die Beimi­schung von Laubbäumen in Nadel­baum­mo­no­kul­turen zeigt die stärksten positiven Effekte auf die Diver­sität von Boden­tieren, Pilzen und Bakte­rien. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.

 

Grund­wasser in Deutsch­land

  • Umwelt­bun­desamt, https://www.umweltbundesamt.de/themen/neue-uba-daten-zur-grundwasserneubildung-in  Zusam­men­fas­sung: Fasst die Ergeb­nisse der UBA-Studie“ Auswir­kung des Klima­wan­dels auf die Wasser­ver­füg­bar­keit − Anpas­sung an Trocken­heit und Dürre in Deutsch­land (WADKlim) zusammen: In vielen Regionen Deutsch­lands wird die Wasser­ver­füg­bar­keit durch den Klima­wandel sinken. Derzeit stammen 70 % des Trink­was­sers in Deutsch­land aus den Grund­was­ser­res­sourcen. Stand: zuletzt aktua­li­siert am 27.06.2025.
  • Bundes­mi­nis­te­rium für Ernäh­rung und Landwirt­schaft, Waldbe­richt der Bundes­re­gie­rung 2021,  https://www.uni-goettingen.de/de/document/download/82180a8cd55540f4ec20e9cef4a423cd.pdf/Waldbericht2021.pdf (S. 23): Zeigt die immense Bedeu­tung des Waldes für die Trink­was­ser­ge­win­nung. Über 40 % der Fläche aller Wasser­schutz­ge­biete liegen im Wald. Die Wasser­qua­lität ist beson­ders gut und unter­schreitet an fast allen Stand­orten die Nitrat-Grenz­werte die für Trink­wasser gelten. Der Anteil der Waldfläche in Deutsch­land liegt bei 32 %. Damit hat der Wald eine überpro­por­tio­nale Bedeu­tung für die Grund­was­ser­qua­lität. Stand: zuletzt geprüft am 31.08.2026.

 

Grund­was­ser­neu­bil­dung, Wasser­qua­lität, Erosions- & Hochwas­ser­schutz

  • Natkhin, M., Sanders, T., Holzhausen, M. (2022): Der Einfluss von Wald und Witte­rung auf die Tiefen­ver­si­cke­rung. Thünen-Institut, Lysime­ter­daten seit 1972 (Versuchs­fläche Britz bei Ebers­walde). https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn064527.pdf Direkter, quanti­fi­zierter Vergleich: „Im langjäh­rigen Mittel ist die Tiefen­ver­si­cke­rung unter Buchen größer als unter Kiefern“, Kiefern­be­stände zeigen kaum messbare Tiefen­ver­si­cke­rung. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Schume, H., Jost, G., Hager, H. (2004): Soil water deple­tion and recharge patterns in mixed and pure forest stands of European beech and Norway spruce. Journal of Hydro­logy 289: 258–274. https://doi.org/10.1016/j.jhydrol.2003.11.036 Feldstudie der Univer­sität für Boden­kultur Wien (BOKU) in Öster­reich (reine und gemischte Buchen-Fichten-Bestände): Sie vergleicht direkt, wie sich Wasser­entzug und ‑wieder­auf­fül­lung im Boden unter Buche, Fichte und deren Mischung unter­scheiden – eine der wenigen Studien, die Wasser­haus­halt so konkret art- und mischungs­spe­zi­fisch für Mittel­eu­ropa quanti­fi­ziert. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Deutscher, Podlipný, Čech & Kupec (2025) – Diffe­rent behavior of pair spruce micro-waters­heds in low and high uplands in two hydro­lo­gi­cally contras­ting years­Zi­ta­tion: Deutscher, J., Podlipný, J., Čech, P. & Kupec, P. (2025). Rozdílné chování párových smrko­vých pahor­ka­tin­ných mikro­po­vodí ve dvou hydro­lo­gicky odlišných letech [Diffe­rent behavior of pair spruce micro-waters­heds in low and high uplands in two hydro­lo­gi­cally contras­ting years]. Zprávy lesnického výzkumu (ZLV), 70(4), 205–215. Mendelova univer­zita v Brně. https://www.vulhm.cz/files/uploads/2026/03/774b.pdf und Zusam­men­fas­sung unter https://www.vulhm.cz/en/deciduous-forests-in-the-hills-are-more-effective-at-mitigating-floods-than-coniferous-forests/ Die Studie vergleicht zwei ficht­en­do­mi­nierte Klein­ein­zugs­ge­biete in unter­schied­li­cher Höhen­lage (Račín, hochge­legen, Fichte nahe ihrem ökolo­gi­schen Optimum; Křtiny, tiefer gelegen, Fichte außer­halb ihres Optimums) über zwei hydro­lo­gisch unter­schied­liche Jahre (2023 normal, 2024 Hochwas­ser­jahr). Ergän­zend fasst sie umfang­reiche tschechische/mitteleuropäische Vorgän­ger­li­te­ratur zusammen: Hemr et al. (2023), bei Stark­re­gen­er­eig­nissen dämpfen buchen­do­mi­nierte Einzugs­ge­biete die Hochwas­ser­spitze doppelt so wirksam, gemischte Einzugs­ge­biete 1,5‑mal so wirksam wie ficht­en­do­mi­nierte. Kantor et al. (2003) / Švihla et al. (2012): Buchen­be­stände zeigen wegen gerin­gerer Inter­zep­tion einen höheren Jahres­ab­fluss als Fichten­be­stände (z. B. +25,8 mm effek­tiver Bestands­nie­der­schlag bei Buche gegen­über Fichte im Orlické-hory-Gebirge). Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Müller, J., 2005: 30 Jahre forst­hy­dro­lo­gi­sche Forschung auf der Großly­si­me­ter­an­lage in Britz – Zielstel­lung und Ergeb­nisse. In: Bericht über die 11. Gumpen­steiner Lysime­ter­ta­gung, „Lysime­trie im Netzwerk der Dynamik von Ökosys­temen“ am 5. und 6. April 2005, Höhere Bundes­lehr- und Forschungs­an­stalt für Landwirt­schaft, Irdning. Raumberg-Gumpen­stein: 29–32. Zusam­men­fas­sung unter https://www.afsv.de/images/download/literatur/waldoekologie-online/waldoekologie-online_heft-12–5.pdf: Beschreibt die Ergeb­nisse der Lysimeter-Station in Britz auf der Nadel­wald­mo­no­kul­turen und Laubwälder hinsicht­lich ihres Einflusses auf den Landschafts­was­ser­haus­halt unter­sucht und vergli­chen werden. Laubwälder zeigen hier eine deutlich bessere Tiefen­ver­si­cke­rung, welche zu einer höheren Grund­was­ser­neu­bil­dung führt. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.

 

Humus­aufbau / Boden­frucht­bar­keit

  • Augusto, L., Ranger, J., Binkley, D., Rothe, A. (2002): Impact of several common tree species of European tempe­rate forests on soil ferti­lity. Annals of Forest Science 59: 233–253. https://www.afs-journal.org/articles/forest/abs/2002/03/01/01.html Zeigt konkret, dass Fichte (Picea abies) im Vergleich zu vielen Laubbaum­arten negative Nährstoff­bi­lanzen (z. B. Kalzium, Magne­sium) aufweist und zur Boden­ver­saue­rung beiträgt – beson­ders auf nährstoff­armen Stand­orten mit saurem Eintrag proble­ma­tisch. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Reich, P.B., Oleksyn, J., Modrzynski, J., Mrozinski, P., Hobbie, S.E., Eissenstat, D.M., Chorover, J., Chadwick, O.A., Hale, C.M., Tjoelker, M.G. (2005): Linking litter calcium, earthworms and soil proper­ties: a common garden test with 14 tree species. Ecology Letters 8: 811–818. https://doi.org/10.1111/j.1461–0248.2005.00779.x Common-Garden-Versuch in Polen (14 Baumarten, darunter mehrere Nadel- und Laubbäume) direkt am Thema: Der Kalzi­um­ge­halt der Laub-/Nadel­streu bestimmt maßgeb­lich die Regen­wurm­häu­fig­keit und darüber wichtige Boden­ei­gen­schaften. Kalzi­um­arme, saure Nadel­streu (typisch für Fichte/Kiefer) unter­stützt deutlich weniger Boden­leben als kalzi­um­rei­chere Laubstreu – ein zentraler Mecha­nismus, warum Humus­aufbau und Boden­bio­logie unter Nadel­holz oft ärmer ausfallen. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.

 

Klima­re­si­lienz / Anpas­sungs­fä­hig­keit

  • Bundesamt für Natur­schutz (BfN), Hölter­mann, A. & Jessel, B. (Red.) (2020): Wälder im Klima­wandel: Steige­rung von Anpas­sungs­fä­hig­keit und Resilienz durch mehr Vielfalt und Hetero­ge­nität. Positi­ons­pa­pier des BfN, Bonn, 2. korr. Version, April 2020. ): https://www.bfn.de/publikationen/positionspapier/waelder-im-klimawandel-mehr-anpassungsfaehigkeit-durch-mehr-vielfalt „Struk­tur­rei­chen Misch­wäl­dern … wird … eine höhere Resilienz und Anpas­sungs­fä­hig­keit gegen­über klima­wan­del­in­du­zierten Störungen zugeschrieben als Nadel­holz­rein­be­ständen (Jenssen 2007; Pretzsch et al. 2012; Schel­haas et al. 2003). Laubwälder gelten darüber hinaus … als weniger anfällig gegen­über Windwürfen als Nadel­wälder … Sie leisten einen höheren Beitrag zur Grund­was­ser­neu­bil­dung … und reduzieren aufgrund ihres feuch­teren Waldin­nen­klimas die Gefahr von Waldbränden, während bei Nadel­bäumen … mit der Trocken­heit die Feuer­ge­fahr steigt.“ Das BfN empfiehlt explizit, Nadel­hölzer künftig „grund­sätz­lich nicht mehr in Monokultur“ anzubauen. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Ammer, C. (2019): Diver­sity and forest produc­ti­vity in a changing climate. New Phyto­lo­gist 221: 50–66. https://doi.org/10.1111/nph.15263 Übersichts­ar­beit des Freiburger/Göttinger Waldbau­wis­sen­schaft­lers Chris­tian Ammer: Misch­be­stände sind gegen­über Monokul­turen (auch reinen Nadel­holz­be­ständen) im Klima­wandel im Vorteil, weil unter­schied­liche Baumarten unter­schied­lich auf Trocken­heit, Sturm und Schäd­linge reagieren und sich Risiken so auf mehrere Arten verteilen. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Marx, A., Blauhut, V., Boeing, F. u.a. (PIK) (2023): https://publications.pik-potsdam.de/rest/items/item_29892_5/component/file_29893/content Dürren und Waldbrände unter Klima­wandel. Bestä­tigt separat: Kiefern­wälder mit Streu­auf­lage begüns­tigen Waldbrand­aus­brei­tung, während laubholz­reiche Misch­wälder durch geschlos­se­neres, feuch­teres Kronen­dach das Brand­ri­siko senken; empfiehlt „Waldumbau zu vielschich­tigen Misch­wäl­dern“. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.

 

Kohlen­stoff­senke / Schäd­lings­re­si­lienz / stabile Holzpro­duk­tion

  • Miglia­v­acca, M., Grassi, G., Bastos, A. u.a. (2025): Securing the forest carbon sink for the European Union’s climate ambition. Nature 643. https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC139211 Der Artikel vergleicht nicht direkt Laubmisch­wald vs. Nadel­wald­mo­no­kultur, sondern zeigt allge­mein die abneh­mende Kohlen­stoff­sen­ken­leis­tung der EU-Wälder und zitiert, dass Baumar­ten­viel­falt die Störungs­re­sis­tenz von Beständen erhöht („tree diver­sity drives forest stand resis­tance to natural distur­bances“). Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Kowalski, K., Viana-Soto, A., Brandt, M., Ciais, P., De Keers­mae­cker, W., Fensholt, R., Pugh, T.A.M., Xu, Y., Senf, C. (2026): Accele­ra­ting biomass loss from forest distur­bances across Europe. Nature Geosci­ence, veröf­fent­licht 5. August 2026. https://www.nature.com/articles/s41561-026–02032‑y — Erstau­torin an der Techni­schen Univer­sität München (School of Life Sciences, Earth Obser­va­tion for Ecosystem Manage­ment, Freising). Die Studie bestä­tigt konkret und quanti­fi­ziert, dass hochbio­mas­sige Fichten­be­stände (der klassi­sche Nadel­wald-Wirtschafts­wald Mittel­eu­ropas) das mit Abstand größte, sich beschleu­ni­gende Verlust­ri­siko durch Borken­käfer tragen – ein zentrales Argument für den Waldumbau weg von Fichten-Monokul­turen. Für Kohlenstoffsenke/stabile Holzpro­duk­tion ist die Studie ebenfalls hoch relevant, da sie zeigt, dass genau die Bestände mit dem größten (bisher als Klima­schutz­leis­tung gewer­teten) Biomas­se­vorrat nun zum größten Verlust­ri­siko werden – was die Verläss­lich­keit von Nadel­holz-Reinbe­ständen als stabile Kohlen­stoff­senke infrage stellt. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Liang, J. et al. (2016): Positive biodi­ver­sity-produc­ti­vity relati­onship predo­mi­nant in global forests. Science 354(6309): aaf8957. https://eprints.whiterose.ac.uk/114846/14/LiangEtAl2016_biodiversityVsProductivityGlobalForests_Science_pre_proof.pdf Große globale Meta-Studie (fast 1 Million Waldflä­chen): Höhere Baumar­ten­viel­falt korre­liert weltweit mit höherer und stabi­lerer Holzpro­duk­ti­vität – ein Haupt­ar­gu­ment für Misch­wälder gegen­über Monokul­turen bei Kohlen­stoff­bin­dung und Ertrag. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Pretzsch, H., Block, J., Dieler, J. et al. (2010): Compa­rison between the produc­ti­vity of pure and mixed stands of Norway spruce and European beech along an ecolo­gical gradient. Annals of Forest Science 67: 712. https://doi.org/10.1051/forest/2010037 Auswer­tung von 23 Langzeit­flä­chen: Misch­be­stände aus Fichte und Buche übertreffen auf nährstoff­armen Stand­orten die jewei­ligen Reinbe­stände im Zuwachs deutlich (bis zu +138 %) – konkreter Beleg für stabi­lere Holzpro­duk­tion in Mischung statt Nadel­holz-Monokultur. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.

 

Kühlungs­ef­fekte

  • Arx, G., Graf Panna­tier, E., Thimo­nier, A., Rebetez, M. (2013): Micro­cli­mate in forests with varying leaf area index and soil moisture: poten­tial impli­ca­tions for seedling estab­lish­ment in a changing climate. Journal of Ecology 101(5): 1201–1213. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdfdirect/10.1111/1365–2745.12121 Studie der Schweizer Forschungs­an­stalt WSL an Schweizer Waldstand­orten (also Westeu­ropa), die das Mikro­klima in Wäldern mit unter­schied­li­chem Blatt­flä­chen­index (LAI) und unter­schied­li­cher Boden­feuchte unter­sucht. Da Nadel­wälder ganzjährig einen hohen, geschlos­senen Blatt­flä­chen­index haben, während Laubmisch­wälder saisonal variieren (im Winter viel lichter), liefert die Studie eine direkte Grund­lage für Unter­schiede im Kühlungs- und Feuch­tig­keits­ef­fekt zwischen den Waldtypen – relevant für die Frage, wie gut junge Bäume und Boden­ve­ge­ta­tion unter dem jewei­ligen Kronen­dach vor Hitzestress geschützt sind. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Schwaab, J., Davin, E. L., Bebi, P. et al. (2020). Scien­tific Reports, 10, Art. 14153. https://usys.ethz.ch/en/news-events/news/archive/2020/08/lokaler-kuehlungseffekt-durch-laubbaeume-in-europa.html#:~:text=broad%2Dleaved%20trees,forests. Satel­li­ten­da­ten­ba­sierte Analyse europäi­scher Wälder. Kernbe­fund: Die Landober­flä­chen­tem­pe­ratur von Laubwäl­dern liegt je nach Region 0,5–1,8 °C niedriger als bei Nadel­wäl­dern. Zwei Haupt­me­cha­nismen: (1) höhere Albedo von Laubbäumen (mehr Sonnen­licht-Refle­xion statt Umwand­lung in Wärme), (2) stärkere Evapo­tran­spi­ra­tion während der Vegeta­ti­ons­pe­riode (mehr Verduns­tungs­küh­lung). Die Autor:innen leiten daraus ab, dass eine Erhöhung des Laubbaum­an­teils – insbe­son­dere in Fichten­mo­no­kul­turen – lokale Tempe­ra­tur­ex­treme im Klima­wandel abmil­dern könnte, weisen aber darauf hin, dass Waldumbau-Entschei­dungen auch Biodi­ver­sität und Schutz vor Natur­ge­fahren mitbe­rück­sich­tigen müssen. Das ist eine sehr direkte, quanti­fi­zierte Bestä­ti­gung Eurer Kernaus­sage. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Yao, Y., Sieber, P., Hauser, M., Schwaab, J. et al. (2025). Nature Commu­ni­ca­tions, 16. https://www.nature.com/articles/s41467-025–64580‑y#:~:text=Converting%20all%20existing,large%20part%20of%20Europe. Model­lie­rungs­studie (Nachfol­ge­ar­beit mit teils denselben Autor:innen wie Schwaab 2020), die simuliert, was eine großflä­chige Umwand­lung von Nadel- zu Laubwald für das europäi­sche Sommer­klima bedeuten würde. Ergebnis: Eine Umwand­lung würde die mittlere Julihöchst­tem­pe­ratur in Konti­nen­tal­eu­ropa um 0,6 °C senken, in Nordeu­ropa um bis zu 1,0 °C – ein Effekt in der Größen­ord­nung von Entwal­dung, aber unter Erhalt der Kohlen­stoff­spei­cher­funk­tion des Waldes. Mecha­nismus: höhere Verduns­tung von Laubbäumen erhöht den latenten Wärme­strom und senkt den fühlbaren Wärme­strom. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Thater, N., Natkhin, M. Holzhausen, M. Spaet­helf (2024): Die tempe­ra­tur­aus­glei­chende Wirkung von Waldbe­ständen am Beispiel der Inten­siv­mo­ni­to­ring­fläche Britz. Project brief. Thünen-Institut für Waldöko­sys­teme. https://britz.thuenen.de/fileadmin/britz/PB_Britz_tiefenversickerung.pdf Zusam­men­fas­sung: Im Vergleich zu Kiefern­wald haben Buchen­be­stände eine größere Kühlungs­wir­kung auf. Dieser Effekt ist an heißen Tagen beson­ders stark. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.

 

Schäd­lings-/Störungs­re­sis­tenz (Teilaspekt der Klima­re­si­lienz)

  • Jactel, H. & Brocker­hoff, E.G. (2007): Tree diver­sity reduces herbi­vory by forest insects. Ecology Letters 10: 835–848. https://doi.org/10.1111/j.1461–0248.2007.01073.x
    Metaana­lyse über zahlreiche Studien: Baumar­ten­mi­schung reduziert den Befall durch spezia­li­sierte Schad­in­sekten (z. B. borken­kä­fer­ar­tige Schäd­linge) deutlich gegen­über Monokul­turen – ein zentrales Argument gegen reine Fichten- oder Kiefern­be­stände. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • Jactel, H., Pluchard, E., Schillé, L. u.a. (2025): Experi­mental evidence of reduced Ips typogra­phus damage in mixed spruce planta­tions. Journal of Pest Science https://www.researchsquare.com/article/rs-6370382/v1 Sehr starker, experi­men­teller Beleg mit Zahlen: In Fichten-Reinbe­ständen starben 29,2 % der Bäume durch Borken­kä­fer­be­fall, in Misch­be­ständen nur 2,6 %. Mecha­nismen: „Ressour­cen­ver­dün­nung“ (Käfer finden schwerer Wirts­bäume) und „reduzierte Apparenz“ (Nachbar­bäume verde­cken Fichten optisch/chemisch). Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.
  • BMUKN, FAQ zu Waldschäden 2018–2022 (2024): https://www.bundesumweltministerium.de/faq/zu-welchen-waldschaeden-haben-die-extremen-trocken-und-hitzeperioden-zwischen-2018-und-2022-gefuehrt Offizi­elle Minis­te­ri­ums­quelle mit konkreten Zahlen: 233 Mio. m³ geschä­digtes Nadel­holz gegen­über nur 22 Mio. m³ Laubholz im selben Zeitraum; Fichte als beson­ders anfällig wegen Flach­wur­zel­sys­tems benannt. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.

 

Wasser­ver­brauch in Deutsch­land

  • Umwelt­bun­desamt (UBA)„Wassernutzung privater Haushalte“: https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen/wassernutzung-privater-haushalte#direkte-und-indirekte-wassernutzung Stand: zuletzt aktua­li­siert am 10.09.2024 Zusam­men­fas­sung: Der direkte Trink­was­ser­ver­brauch lag 2022 bei durch­schnitt­lich 126 Litern pro Person und Tag (Körper­pflege 36 %, Toilet­ten­spü­lung 27 %, Wäsche­wa­schen 12 %, Reini­gung 6 %, Essen/Trinken 4 %, Klein­ge­werbe 9 %). Histo­risch: 144 l (1991) → 123 l (2016) → 128 l (2019) → 126 l (2022). Deutlich größer ist der indirekte bzw. „virtu­elle“ Wasser­ver­brauch für die Herstel­lung von Nahrungs­mit­teln, Kleidung und Konsum­gü­tern (v. a. landwirt­schaft­liche Bewäs­se­rung): Direkter und indirekter Verbrauch zusammen liegen bei rund 7.200 Litern pro Person und Tag. Stand: zuletzt geprüft am 14.09.2026.

 

Zusam­men­ge­fasste Vorteile von Laubmisch­wäl­dern gegen­über monostruk­tu­rierten Nadel­wäl­dern

More forest. Water. Values.

  • #Forest. Water. Values.

    Mushrooms are among the oldest living organisms on Earth. Their history goes back more than one billion years – long before the first plants or animals existed. Fossil finds show that mushrooms were already present in the early develo­p­mental phases […]

  • #Forest. Water. Values.

    One hectare of drinking-water forest… … may sound unremar­kable – about the size of one and a half football pitches -, yet something great is happe­ning on this area: year after year, 500,000 to 1,200,000 litres more clean ground­water is generated here than in […]

  • #Forest. Water. Values.

    Trees are true masters of adapt­a­tion and survival Their growth is far more than an impres­sive natural pheno­menon – it is the result of a long evolu­tio­nary develo­p­ment and the basis for the stabi­lity of entire ecosys­tems.   […]