Laubmischwälder nehmen als komplexe Ökosysteme global Einfluss auf unsere Wasser- und klimatischen Kreisläufe. Sie sind darüber hinaus mit ihren Tieren, Pflanzen, Holz- und Energievorräten Garanten unseres Reichtums. Dabei prägen die unterschiedlichen Beziehungen zwischen den verschiedenen Lebewesen im Wald das Zusammenleben und die weitere Evolution der Arten.

Patient Wald

Aber trotz internationaler Bemühungen schwinden die Wälder weltweit: Allein im Jahr 2017 gingen beispielsweise 16 Millionen Hektar Wald verloren (Bericht des World Resources Institute (WRI) – überwiegend für neue Anbauflächen der Agrarindustrie. Und mit ihnen sterben täglich um die 130 Tier- und Pflanzenarten aus. Um dem entgegenzuwirken, hat die UN die Jahre 2011 bis 2020 zur Dekade der Biologischen Vielfalt erklärt. Aber auch wenn Deutschland selbst mit seinen Bemühungen zum Erhalt der Artenvielfalt im internationalen Vergleich nicht schlecht dasteht, gibt es noch viel zu tun!

Deutscher Wald im Klimastress

Die Bäume unserer Wälder sind durch Extremwetterereignisse der letzten Jahre extrem geschwächt und Schädlinge haben leichtes Spiel. Das zeigt auch der Waldzustandsbericht 2018: Bei der Untersuchung von Stichproben im Spätsommer 2018 wiesen 28 Prozent der Kronen aller Baumarten deutliche Schäden auf. Der Anteil ganz ohne Schäden sinkt seit 1985 alarmierend von ehemals 44 Prozent auf 29 Prozent. Der Anteil mit leichten Schäden stieg ebenfalls seit 1985 um 10 Prozent auf 44 Prozent. Aber das volle Ausmaß der Dürreschäden wird erst in der kommenden Vegetationszeit sichtbar werden …


Fichten und Buchen leiden stark unter dem Klimawandel

Deutschlands Wälder leiden unter den Auswirkungen von extremer Trockenheit, anhaltender Hitze, unkalkulierbarer Stürme und Schädlingen. Besonders Nadelwald-Monokulturen und sogar Buchenwälder sind anfällig. Die Folge: enorme Waldschäden und -verluste!


Bedrohung der Artenvielfalt

Zwar sind in Deutschland bereits 3,8 Prozent der Gesamtfläche als Naturschutzgebiete und 0,5 Prozent als Wildnisgebiete ausgewiesen. Doch nach wie vor gehört auch bei uns der Mangel an naturnahem Lebensraum – gerade in landwirtschaftlich geprägten Gebieten – zu der wichtigsten Bedrohung der Artenvielfalt. Der zunehmende Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen sowie die Intensivierung der Landwirtschaft gelten dabei als die wichtigsten Risikofaktoren. So verringerte sich beispielsweise die Fläche an artenreichem Grünland in Norddeutschland seit 1950 um rund 85 Prozent. Auf den wachsenden Ackerflächen nahmen die Areale für Wildkräuter um etwa 95 Prozent und der Bestand an landwirtschaftlichen Blütenpflanzen sogar um 99 Prozent ab. Das alles hat gravierende Folgen für die schwindenden Bestände an Insekten und Vögeln.

Tausendsassa Wald

Gesunde Laubmischwälder hingegen sind Garanten für Artenvielfalt und wirken sich darüber hinaus positiv auf den Grundwasserertrag, die Humusbildung und das Klima aus. Deswegen engagieren wir uns mit unseren Partnern für den Umbau von ausgewählten Nadelwald-Monokulturen zu artenreichen Laubmischwäldern. Denn durch einen ökologisch wertvollen Mix aus standortgerechten und wärmetoleranteren Bäumen verringert sich das Risiko der Klimaextreme, welches wiederum für ein stabileres Waldökosystem sorgt.