Der gemeinnützige Umweltschutzverein Trinkwasserwald® e.V. (gegründet 1995) fördert deutschlandweit unter anderem den standortgerechten Waldbau, um damit langfristig Trinkwasser als Lebensquelle zu sichern. An den Pflanzaktionen nahmen bisher mehrere tausend Kinder und Erwachsene teil, die sich direkt vor Ort aktiv für den Umweltschutz engagieren konnten.

Der Verein unterpflanzt bundesweit ausgewählte Nadelwald-Monokulturen mit Laubbäumen. Ein so gezielt ausgewählter und anschließend mit standortgerechten Laubbäumen unterpflanzter Nadelwald, verbessert das Klima, den Zustand des Waldes, begünstigt Artenvielfalt und vermehrt den Grundwasserertrag sowie die Qualität des Grundwassers im Bundesmittel um 800.000 Liter pro Hektar und Jahr – über Generationen, solange der Wald besteht.

Neben dem Einsatz für den Natur- und Umweltschutz steht der Verein auch für ein Miteinander von Ökologie und Ökonomie. Es ist wichtig, bei jedem Einzelnen das Bewusstsein für die Zusammenhänge von Wald und Wasser zu schärfen, denn das Leistungspotenzial des Waldes und die Sicherung der Trinkwasservorräte liegen in unserer Hand. Erreichen lässt sich dies am besten in enger Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Politik, Umweltverbänden und der Bevölkerung.

Mit den öffentlichen Pflanzaktionen – und dem Miteinander von Jung und Alt, von Ökologie und Ökonomie – möchte der Verein Raum für gegenseitige Wertschätzung und Menschenwürde, für Gemeinschaft statt Vereinzelung, für Selbstbestimmung, individuelle Freiheit und Vertrauen statt Kontrolle schaffen und fördern – eben „Werte pflanzen“!

Grundwasserquellen sind zunächst einmal alle Flächen, auf denen aus dem Niederschlag Grundwasser versickert. Etwa drei Viertel unseres Trinkwassers werden aus Brunnen in Wasserschutzgebieten gefördert. 80 Prozent der Wasserschutzgebiete befinden sich unter Waldflächen. Bewaldete Gebiete werden von den Wasserversorgern bevorzugt, weil das dort gewonnene Wasser hierzulande in der Regel eine hohe Qualität aufweist: Im Wald werden Schadstoffe durch den natürlichen, lebendigen Boden und Humus viel besser ausgefiltert als auf landwirtschaftlich genutzten Flächen (keine Pestizide und keine Walddüngung).

Gutes Grund- beziehungsweise Trinkwasser ist lebenswichtig – unser wichtigstes Lebensmittel. Aber nur 0,3 Prozent allen Wassers auf der Erde ist Süßwasser und somit überhaupt als potenzielles Grund- beziehungsweise Trinkwasser verfügbar (nur mit entsalztem Wasser wird der Mensch auf Dauer krank). Diese Süßwasser-Quelle in guter Qualität werden sich immer mehr Menschen teilen müssen. Wassermangel, Dürre, aber auch Hochwasser, exzessive Massentierhaltung und Landwirtschaft belasten das Trinkwasser in erheblichem Maß und sind weit verbreitete, zunehmende Phänomene – auch in der EU. Der Klimawandel wird diese Wasser-Problematik noch verschärfen. Gemäß dem Weltwasserbericht der UNESCO 2012 wird es bis 2050 in jedem dritten Land erhebliche Wasserprobleme geben: Deutlich über 10 Prozent der Menschen werden keinerlei Zugang zu sauberem Wasser haben, mehr als 3.000 Kinder werden täglich an wasserbezogenen Krankheiten sterben. 2070 wird es auch einen deutlich Wassermangel in Mitteleuropa geben. In der von der UN-Welternährungsorganisation FAO 2011 veröffentlichten Studie „Zustand der weltweiten Land- und Wasserressourcen für Nahrung und Landwirtschaft" warnen die Autoren vor einer Wasserknappheit. Probleme seien vor allem die Versalzung und die Verunreinigung des Grundwassers durch Agrarabflüsse und Gifte.

Um die Quantität unseres Grundwassers ist es aktuell gut bestellt. Obwohl es auch in Deutschland einige Regionen mit kritischem Grundwasserkörper gibt, zum Beispiel in Nürnberg (wenig Niederschlag und extrem viel Nadelwälder), in der östlichen Lüneburger Heide (Wassermangel, soll durch EU-Förderprojekte mittels Schaffung von Laub(misch)wäldern behoben werden), im nord-östlichen Brandenburg beziehungsweise Berlin und südlich von Frankfurt (dort sind Pflanzungen allerdings problematisch aufgrund vorhandener Maikäferplagen). Aber um die Qualität müssen wir uns in Zukunft Sorgen machen. Das Grundwasser, von dem wir jetzt leben und profitieren, ist vor einigen hundert Jahren entstanden – als die Natur noch in Ordnung war. Heute ist und wird es viel stärker belastet. 2009 wurde beispielsweise für rund 60 Prozent der Grundwasseroberfläche Niedersachsens der aktuelle Nitrat-Grenzwert nach Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) überschritten. Das war das Ergebnis einer detaillierten Dokumentation für Niedersachsen, die das Niedersächsische Landesamt für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vorgelegt hat. Das Johann Heinrich von Thünen-Institut (Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei) schreibt: „... Trotz ergriffener Maßnahmen belasten in vielen Regionen – vor allem jenen mit hohem Viehbesatz – Nährstoffe aus der Landwirtschaft die Gewässer nahezu unverändert. Internationale Gewässerschutzziele werden verfehlt...“ Zahlen, Daten, Fakten: 60 Prozent der Oberflächen-Gewässerkörper sind in schlechtem Zustand. 53 Prozent der Grundwasserkörper sind bereits in schlechtem Zustand (etwa durch Landwirtschaft, Pflanzenschutzmittel, Dünger, exzessive Massentierhaltung, etc.). Dementsprechend prognostizierte 2010 das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA), dass fast die Hälfte der Grundwasserkörper den im Rahmen der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie bis 2015 geforderten „guten chemischen Zustand“ nicht erreichen wird. Gemäß dem Weltwasserbericht der UNESCO 2012 wird es bis 2050 speziell auch in Deutschland starke Trockenperioden geben. In Küstenregionen gibt es einen deutlichen Anstieg der Versalzung. Es findet ein Rückgang der mittleren Grundwasserneubildung um 10 bis 25 Prozent statt. Vitale, intakte Landschaften mit ihren natürlichen Lebensraumstrukturen sind der Garant für einen funktionierenden Wasserhaushalt und qualitativ gutes Grundwasser. Sie müssen daher unbedingt erhalten bleiben, geschont oder wieder hergestellt werden.

„Die Produktion von Wasser in Qualität und Menge ist nach der Holzproduktion die wichtigste materielle Leistung des Waldes.“ (aus: Jürgen Müller, 2013, Die Bedeutung der Baumarten für den Landschaftswasserhaushalt. In: Bericht / 15. Gumpensteiner Lysimetertagung : Lysimeterforschung als Bestandteil der Entscheidungsfindung ; am 16. und 17. April 2013 . Irdning: Lehr- und Forschungszentrum für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein, pp 49-56) Wald und Wasser sind untrennbar miteinander verbunden. Überall dort, wo Wald fehlt werden sich in naher Zukunft Probleme in der Wasserversorgung einstellen. Mitteleuropa ist da nicht ausgenommen. Denn der Wald ist als weitgehend freie unbelastete Sickerfläche für Regenwasser bedeutend für die Neubildung von Grundwasser. Doch gutes Grundwasser kann nur durch unbelastete Wälder entstehen. Die Schadstoffbelastung, gerade bei Nadelwäldern, ist schon jetzt bedenklich.

Wald und insbesondere der Waldboden beeinflussen die Wasserqualität, indem im Boden lebende Mikroorganismen dem Wasser biologische und chemische Verunreinigungen entziehen bzw. abbauen. Für die Trinkwasserqualität besonders wichtig ist die Aufnahme von Stickstoff, der in den Waldboden eingetragen wird. Stickstoff ist zwar ein wichtiger Pflanzennährstoff, tritt er aber in hohen Konzentrationen im Trinkwasser auf und kann so die menschliche Gesundheit gefährden. Untersuchungen zeigen, dass Laubwälder für das Trinkwasser generell eine stärkere Filterwirkung als reine Nadelwälder haben. Böden unter Laubwald können tendenziell mehr Stickstoff aufnehmen als solche unter Nadelwald, weil sie eine höhere biologische Aktivität aufweisen als die Letzteren, die weniger Humus enthalten. Am ganzjährig vorhandenen Nadelkleid der immergrünen Nadelbäume können sich zudem mehr Schadstoffe aus der Luft anlagern als an den nur saisonal vorhandenen Blättern der Laubbäume. Sie reinigen so die vorbeiziehende Luft. Bei Regen jedoch werden diese Schadstoffe von den Nadeln abgewaschen, was das auf den Boden fallende Wasser und damit den Nadelwald-Boden belastet. Ausserdem verdunstet von den Nadeln mehr Wasser und Schnee. Als Folge versickert weniger Wasser im Boden, wodurch die Stickstoffkonzentration zusätzlich ansteigt.

Da gibt es keine generellen Aussagen, das ist regional sehr unterschiedlich. Für den Grundwasser-Eintrag ist es wichtig, wie die Wiese landwirtschaftlich genutzt wird.

Gegenüber einem Nadelwald bilden sich – regional abhängig – zusätzliche 60 bis 150 Liter pro Quadratmeter pro Jahr, entsprechend 600.000 bis 1.500.000 Liter pro Hektar und Jahr. Besonders vor dem Hintergrund des Klimawandels ist der erhöhte Grundwassereintrag – und die gute Qualität – von besonderer Bedeutung.

Ja, natürlich. Ziel ist insbesondere gerade dort die Erhöhung der Grundwasser-Qualität. Außerdem ist es uns ein besonderes Anliegen, die entsprechende Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung und den Entscheidungsträgern zu fördern, um somit eventuelle Begehrlichkeiten der Privatisierung der Nutzungsrechte am Grundwasserkörper energisch entgegen zu wirken: Jeder Einzelne kann etwas für den sinnvollen Erhalt und den Schutz der Natur bei sich tun. Jeder ist ein Teil des Ganzen und somit auch mitverantwortlich. Wir nutzen jetzt das Grundwasser von vor hunderten von Jahren. Wenn wir nicht gegensteuern - unter anderem durch die Schaffung von standortgerechten, gesunden Laubmischwäldern – werden nachfolgende Generationen, auch in Deutschland, mit erheblich schlechterer Wasserqualität leben müssen. Süßwasser darf keine (spekulative) Handelsware werden! Der Zugang zu ausreichend und sauberem Süßwasser ist ein Menschrecht. Dafür ist dringend großflächige Bewusstseinsbildung erforderlich.

Bei der im Frühjahr 2013 gestarteten Umweltschutz-Kampagne „Blätterwälder® ... gemeinsam pflanzen! engagieren sich Bürger, Medien- und regionale Firmenpartner vor Ort gemeinsam für den Natur-, Gewässer- und Artenschutz: Auf großen öffentlichen Pflanzfesten im Frühjahr und Herbst spenden und pflanzen alle zusammen Laubbaumsetzlinge unter reinen Nadelwäldern und sorgen so über die eigene Generation hinaus für mehr Trinkwasser.

Ganz konkret sorgen die Blätterwald-Pflanzungen zunächst einmal dafür, dass wieder natürliche Laubmischwälder entstehen – für Artenvielfalt und mehr gutes Trinkwasser. Durch das gemeinschaftliche Handeln für, mit und in der Natur erreichen wir aber auch die Herzen der Menschen und erzeugen Sensibilität. Denn erst durch gemeinsames Handeln entsteht ein emotionaler Zugang: Raus aus der Konditionierung des Alltags ergibt sich die Möglichkeit, eingefahrene Muster aufzubrechen und tatsächliche Bedürfnisse zu finden. Im Gespräch mit Menschen aller Lebensbereiche findet man dabei die Gemeinschaft im Handeln wieder und sieht am Ende des Tages, was gemeinsam erreichbar und machbar ist. Darüber hinaus „begreift“ man wortwörtlich wieder die Natur vor der eigenen Haustür und sich selbst als Teil davon.

Die Flächen, auf denen wir unsere Blätterwälder pflanzen, wählen wir in enger Zusammenarbeit mit der Forstpartie (einzelne Forstämter, Waldbesitzer, Hessen Forst) aus. Die Waldbesitzer werden anschließend von einem Förster betreut. Wir schließen außerdem mit dem Waldbesitzer einen Vertrag, in dem dieser sich verpflichtet, seinen Wald zusammen mit dem Förster so zu hegen und zu pflegen, dass in 20 Jahren das Ziel eines Laubmischwaldes erreicht ist.

Grundsätzlich darf in Deutschland kein Kahlschlag betrieben werden. Die Entnahme von Holz aus Wäldern wird in Deutschland in der Regel nachhaltig betrieben, das heißt es wird weniger Holzmasse entnommen als tatsächlich nachwächst. Aber genau weil Holz nachwächst ist es ja ein so genialer Rohstoff den wir nutzen können und wollen, natürlich im richtigen Maß. Das ein Teil der Bäume, ab einer ausreichenden Mindestgröße, aus den Waldbeständen entnommen wird, ist ein ganz normaler Teil der Waldbewirtschaftung und wird nur in solchem Maße betrieben, dass der Wald als Ganzes nicht darunter leidet. Denn im Laufe der Zeit müssen einige der aufwachsenden Bäume im Rahmen von Pflegemaßnahmen entnommen werden, um den übrigen Bäumen mehr Wuchsraum zu geben. Das Ziel dieser Pflegemaßnahmen und Bewirtschaftung ist dabei stets ein Laubmischwald. Dieses Ziel ist mit dem Waldbesitzer vertraglich verankert.

Sind die Wälder hundert oder 150 Jahre alt, sind ca. 200 alte, große Laubbäume pro Hektar entstanden, wobei die reine Biomasse, bzw. die CO2-Speicherung, deutlich höher ist als bei den Tausenden von kleinen Setzlingen. Ein dichter Pflanzenverband bei der Pflanzung ist notwendig, damit die stärksten Bäume entsprechend in die Höhe wachsen und später forstwirtschaftlich nutzbar sind.

Sollten nach der Lektüre der FAQs noch Fragen offen sein, so schreiben Sie uns gerne einfach eine E-Mail oder hinterlassen hier einen Kommentar. Den Fragenkatalog werden wir dann sicher von Zeit zu Zeit erweitern.



Hinterlasse einen Kommentar