von Heiner Rupsch, 1. Vorsitzender Trinkwasserwald® e. V.

Der Club of Rome  veröffentlichte „Die Grenzen des Wachstums” bereits im Jahre 1972. Die Vereinten Nationen trafen sich 1992, um in Rio über die Agenda 21 zu beraten. Weitere Treffen folgten bis zum unverbindlichen Kyotoprotokoll 1997. Beim Pariser Klimagipfel im Herbst 2015 beschloss nun die Weltgemeinschaft, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf „weit unter“ zwei Grad Celsius zu beschränken. Zudem sollen Anstrengungen unternommen werden, den Temperaturanstieg bereits bei 1,5 Grad zu stoppen. Von 1972 bis zum Klimagipfel in Paris 2015 – ein wahrlich langer Erkenntnismarathon.

Klimarettung und der nachhaltige Schutz für das, was uns nährt …

… das wahrhaftige Gefühl – es ist immer noch nicht ausreichend im Bauch und Herz vernetzt: zu weit weg von der Kühle des Schattens des Baumes im Park, der herrliche Erfrischung schafft und zu nah am Universum der Kennzahlen und Glaubenssätze, das nur Zahlenwerk die Welt zusammenhält.

Leider gibt es im Pariser Kommuniqué zu viele Klauseln „später zu handeln“. Ein dringliches Bedürfnis jetzt konkret mit dem Gegensteuern zu beginnen, haben offenbar immer noch zu wenige Gesellschaften auf unserer Welt! Entsprechend den Vorgaben des Pariser Klimagipfels 2015 werde der Ausstoß von Treibhausgasen noch bis 2030 steigen und damit, nach dem aktuellen Club of Rome-Bericht mit dem Titel „2052“, über fünfzehn Jahre zu spät zurückgehen. Demzufolge werde sich die Erdtemperatur nach 2052 auch um mehr als zwei Grad erwärmen. „Der Meeresspiegel wird um 0,5 Meter höher sein als heute“, erwartet der Club of Rome. Es werde mehr Dürren, Fluten und verheerende Wirbelstürme geben. „Der sich selbst verstärkende Klimawandel wird die Sorge Nummer 1 sein.“ Das Treibhausgas Methan wird aus der auftauenden Tundra entweichen und die Erde weiter aufheizen, worauf noch mehr Permafrostboden in der Tundra auftaue. Prognosen die angesichts der immer schneller schmelzenden Gletscher und Polkappen eine bedrohliche Glaubwürdigkeit in sich tragen.

In zahlreichen Gesellschaften ist die emotionale Intelligenz, ökologische Zusammenhänge zu erkennen auf dem Rückzug 

Das ist der Preis der Entkoppelung zwischen Arbeitsprozess und Lebensraum. In diesem Kontext müssen wir das alte verschüttete emotionale Wissen betrachten: Ich bin ein Teil der Natur, die gesunde Erde nährt mich, sie schenkt mir sauberes Wasser und gute Luft  und ermöglicht mir einen Platz zu finden, auf dem ich leben kann.

In unserer virtuellen Medienwelt können wir viel über diese Zusammenhänge lesen, diskutieren und in Filmen betrachten. Sehr häufig entwickelt sich auf diesem Wege auch Betroffenheit mit einer intellektuellen Diskussion. Dennoch, diese Betroffenheit unterliegt einem inflationären Diktat, denn schon morgen erreichen uns neue Informationen und schaffen in uns eine neue Betroffenheit.

Die Inuit, deren Hütten auf dem schmelzenden Permafrostboden zusammenstürzen, Farmer die aktuell in Südafrika wegen dramatischer Trockenheit ihr Vieh verlieren und keine Getreideernte zur Versorgung der Menschen einfahren können oder die Bewohner der tropischen Atolle, die mit dem steigenden Meeresspiegel keine Zukunft an ihrem angestammten Platz mehr erkennen können – diese Menschen erleben anders. Sie erleben konkret, was mit ihrer Welt geschieht. Die Welt, die sie schon so lange kennen, schmilzt zusammen, im vielfachen Sinn des Wortes.

Vom besten Management der Welt, unserer Natur, können und müssen wir noch viel verstehen, lernen, anwenden und beibehalten 

Sinnstiftende Aktivitäten mit Hand und Herz und Schweißperlen auf der Stirn befördern im Kleinen den tieferen Blick für das große Ganze. Wenn wir gemeinsam in die Wälder gehen und mit den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern Bäume pflanzen, unser Trinkwasser sichern und mehren, die Artenvielfalt fördern, am Ende sogar Muskelkater haben und bei der Arbeit lachen, wird bei jedem, der dabei ist auch etwas anderes gepflanzt: Das gefühlte Wissen um die ökologischen Zusammenhänge, das Wissen „ich bin ein Teil der Natur“, ich kann etwas tun und bin nicht hilflos. Beim Erkennen dieser Bauch- und Herz-Zusammenhänge wächst auch eine neue Mündigkeit. Eine Mündigkeit die zugleich Quelle ist, aus der ich schöpfen kann, um zu beurteilen, was wichtig für mich, meine Kinder und unser Leben ist.

Schaffen wir es mehr Bauch- und Herzintelligenz bei vielen Menschen zu pflanzen, werden wir den lethargischen, politischen Lobbyprozess überholen und den Wert von einem Liter kristallklarem Trinkwasser aus einem herrlichen Wald zu würdigen wissen – das ist mit Geld nicht zu bezahlen!

All das werden wir auch in diesem Jahr auf den von Trinkwasserwald® e. V. organisierten und initiierten Pflanzfesten und Aktionen, zum Beispiel in Lüneburg, Marnitz, Idstein, Cuxhaven, Hamburg oder im Emsland, fördern und erleben. Schon jetzt danke ich allen, die sich aufmachen, gemeinsam mit uns etwas Gutes zum Wachsen zu bringen.

Heiner Rupsch

Heiner Rupsch

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