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Trinkwasserwald® e.V.
Wald. Wasser. Werte.

Borsteler Chaussee 286
22453 Hamburg
Tel.: +49 (40) 287 88 230
Fax: +49 (40) 429 04 012
tww@trinkwasserwald.de

Trinkwasserwälder

Der Bedarf an Trinkwasser wächst. Gutes Grundwasser kann nur durch natürliche Laubwälder reichhaltig gebildet werden, da die Generierung von Grundwasser sowie die Wasserqualität unter Laubbäumen deutlich besser als unter Nadelbäumen ist. Damit hat Wald als freie und weitgehend unbelastete Sickerfläche für Regenwasser eine zentrale Bedeutung bei der Neubildung von Grundwasser.

Ungeachtet dessen werden stündlich neue Flächen asphaltiert oder bebaut, so dass der Regen nicht mehr in den Boden eindringen kann. Zudem führt die intensivierte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zu einer gesundheitsschädlichen Nitratbelastung des Grundwassers. Und obwohl die positiven Auswirkungen von Laubmischwäldern auf Wasser, Klima und Artenvielfalt bekannt sind, werden für den deutschen Wald noch immer Nadelwaldmonokulturen bevorzugt. Die Bedeutung natürlicher Laubwälder für die Quantität und Qualität des Grundwassers nimmt einen immer größeren Stellenwert ein.

Ein vom Verein entsprechend umgebauter Laubmischwald sorgt hierzulande nach ca. 10 Jahren im Durchschnitt für 800.000 Liter mehr verfügbares Grundwasser pro Hektar und Jahr.

Da der jährliche Wasserverbrauch in Deutschland zurzeit 40.000 Liter pro Person/Jahr beträgt, generiert ein Hektar Trinkwasserwald® den Wasserbedarf von 20 Personen (800.000 Liter/Jahr: 40.000 Liter/Jahr = 20) - und dies jedes Jahr neu.

Wie funktioniert das?
Wald ist nicht gleich Wald. In reinen Nadelwäldern ist die Möglichkeit zur Grundwasserneubildung stark eingeschränkt. Durch ihr immergrünes Nadeldach verhindern Nadelbäume das ungehinderte Eindringen der Niederschläge in den Waldboden. Unter dem lichten Kronendach von Kiefernwäldern bildet sich oft ein dichter Grasfilz aus, der ebenfalls ein Versickern der Niederschläge verhindert. Ein Großteil des Regens verdunstet.

Laubbäume dagegen führen besonders im Winterhalbjahr die Niederschläge direkt in den Waldboden ab. In Buchenwäldern verhindert das dunkle Blätterdach im Sommer die Ausbreitung von Gräsern wie Waldreitgras oder Drahtschmiele. Nach Bepflanzen mit Buchen dunkeln diese Gräser aus. Der Regen gelangt zum Boden und kann neues Grundwasser bilden.

Unter Laubwäldern wird jedoch nicht nur mehr Trinkwasser gebildet, als unter Nadelwäldern, auch die Qualität des Grundwassers ist besser zu bewerten. Das hängt unter anderem mit dem günstigeren Humusaufbau unter Laubwäldern zusammen.

Wir möchten den naturnahen Waldbau in Deutschland aktiv fördern und damit langfristig unser Lebensmittel Nr. 1, das Trinkwasser schützen. Aus diesem Grund führt der Verein Trinkwasserwald e.V. mit Spendengebern und den Menschen vor Ort Pflanzaktionen in ganz Deutschland durch.

Dabei werden Nadelwälder, vor allem in Trinkwasserschutzgebieten, mit Buchen und anderen Laubbäumen unterpflanzt. Die Nadelbäume werden nach und nach genutzt, so dass aus Monokulturen Trinkwasserwälder entstehen. Jährliche Kontrollen der Waldflächen in den ersten 5 Jahren, eventuell notwendige Nachpflanzung sowie die geregelte Pflege der Kulturen gehören zur Qualitätssicherung.