Der Lemberg ist um 5.000 Buchen und Traubeneichen reicher“, freut sich Werner Spec, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg. Das Naturschutzgebiet Lemberg und Umgebung, dessen Kuppe und die nördlichen Hänge von Wald bedeckt sind und auf deren Südhängen Wein angebaut wird, ist eine vielgestaltige Kulturlandschaft. Auf Initiative des gemeinnützigen Umweltschutzverein Trinkwasserwald e. V. und mit Unterstützung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG wächst hier nun ein junger Laubwald. Dieser verbessert künftig die Bodenqualität, fördert die Biodiversität und vermehrt das verfügbare Trink- beziehungsweise Grundwasser im Bundesmittel um rund 800.000 Liter pro Hektar – jedes Jahr neu und über Generationen. Der Fachbereich Forsten des Landratsamtes Ludwigsburg unterstützte die Umweltakteure gerne: Er stellte 1,5 Hektar Waldgebiet zur Verfügung, organisierte die Räumung der Flächen sowie die Pflanzarbeiten und betreut die Pflegearbeiten in den Folgejahren. Zusammen mit einer weiteren Pflanzung im Heckengäu bei Rutesheim entstehen auf insgesamt 3,1 Hektar sogenannte „Trinkwasserwälder“.

Am Lemberg war der Vorbestand aus Eschen durch Stürme und Pilzbefall stark beschädigt. Das Eschenstängelbecherchen ist eine Pilzart, die ausschließlich Eschen befällt. Dabei sterben erst die jungen Triebe ab, dann der ganze Baum bis dieser letztendlich umfällt. Mittlerweile sind in Baden-Württemberg mehr als 95 Prozent aller Eschen von dem Pilz befallen. „Mit der Pflanzaktion sorgen wir dafür, dass der Wald, geschwächt durch Stürme und Pilzbefall, an dieser Stelle wieder eine stabile Entwicklung aufnehmen kann – für Artenvielfalt, gute Böden und vor allem für mehr Trinkwasser in hoher Qualität“, erklärt Heiner Rupsch, 1. Vorsitzender des Vereins Trinkwasserwald.

Die Pflanzaktion am Lemberg ist – nach einer Gemeinschaftsaktion in Rutesheim und Weissach – bereits die zweite, die mit Hilfe einer Spende von Porsche möglich wurde. „Die Unterstützung der Trinkwasserwald-Projekte passt ganz hervorragend zum langfristigen Denken und verantwortungsvollen Handeln, das fester Bestandteil der Unternehmenskultur von Porsche ist. Wir sind stolz darauf, unseren Beitrag zum Gelingen dieser Projekte geleistet zu haben und werden den Trinkwasserwald e.V. auch in Zukunft fördern“, sagt Verónica Sapena-Mas, Leiterin Spendenmanagement und Förderprojekte.

Natürliche Laubmischwälder – Artenvielfalt und Grundwasserspender
Der natürliche Laubmischwald vermehrt künftig auch das verfügbare Trinkwasser im Bundesmittel jährlich um rund 800.000 Liter pro Hektar. Denn Grundwasser bildet sich am besten unter natürlichen Laubmischwäldern. Auch die biochemische Grundwasserqualität ist deutlich besser als unter Nadelwald und sehr viel besser als unter landwirtschaftlichen Flächen. Vitale, intakte Landschaften mit ihren natürlichen Lebensraumstrukturen sind der Garant für einen funktionierenden Wasserhaushalt. Sie müssen daher unbedingt erhalten bleiben, geschont oder zumindest wiederhergestellt werden. Dafür setzt sich der gemeinnützige Umweltschutzverein Trinkwasserwald e. V. seit 1995 ein und unterpflanzt bundesweit gezielt ausgewählte Nadelwald-Monokulturen mit standortgerechten Laubbäumen. Durch die jungen Traubeneichen und Buchen wird außerdem die natürliche Baumvielfalt sichergestellt. Darüber hinaus sind diese Bäume wärmeresistenter und somit dem Klimawandel besser angepasst. Auch viele Pflanzen und Tiere sind an Eiche und Buche gebunden: So benötigen Spechte alte Buchen, um ihre Höhlen darin zu bauen. Viele Insekten können nur in Buchentotholz leben. Im Frühjahr, wenn der Laubwald noch keine Blätter trägt, fallen die Sonnenstrahlen bis auf den Boden, wo dann Waldmeister, Buschwindröschen und Bärlauch gedeihen können. Die Früchte der Buchen und Traubeneichen haben besondere Öle und Fette und sind ein gern genommenes Futter von Wildschweinen, Mäusen und anderen Wildtieren.

In Rutesheim wird im Herbst 2017 ebenfalls wieder gepflanzt (Traubeneichen auf 1,6 ha). Hier und bei Weissach starteten bereits im Frühjahr 2017 die Pflanzaktionen: Wo sich auf 1,5 Hektar labile, stark vom Sturm geschädigte Fichtenreinbestände befanden, wachsen nun junge Traubeneichen. Und: 2018 und in den Folgejahren sollen noch weitere Trinkwasserwälder in der Metropolregion Stuttgart mit Unterstützung der Porsche AG entstehen.

Gruppenbild (v.l.n.r.): Werner Spec (Oberbürgermeister Stadt Ludwigsburg), Dr. Michael Nill (stv. Fachbereichsleiter Forsten des Landratsamts Ludwigsburgs), Dr. Christian Sußner (Leiter Dezernat 2 des Landratsamt Ludwigsburgs), Verónica Sapena-Mas (Leiterin Spendenmanagement und Förderprojekte Porsche AG), Steffen Frank (Forstrevierleiter), Heiner Rupsch (1. Vorsitzender Trinkwasserwald® e.V.)
Foto: Porsche

Frau Wasser

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